Challenge League
FC Wil - FC Aarau 3:2 (1:0)
Bergholz, Wil. - 1'400 Zuschauer. - SR: Laperrière.
Tore: 15. Schär 1:0. 63. Gashi 1:1. 67. Gashi 1:2. 74. Cavusevic 2:2. 80. Schär 3:2.
Schärs Traumtor besiegelt Niederlage
Der FC Aarau verliert ein dramatisches Auswärtsspiel beim FC Wil trotz Doppelschlag von Shkelzen Gashi mit 2:3.
Es
war eine attraktive, nach dem Seitenwechsel packende Begegnung auf dem
Bergholz, die der Aarauer Verteidiger Juan Pablo Garat in der vierten
Minute einläutete, indem er seinen eigenen Torhüter Joël Mall mit einem
missglückten Befreiungsschlag prüfte. Auf der Gegenseite schoss Alain
Schultz (5.) von der Strafraumgrenze über das Gehäuse. Eine
Viertelstunde war gespielt, als die Hausherren nach einem
Garat-Foulspiel am ehemaligen FCA-Spieler Sergio Bastida zu einem
Freistoss aus 25 Metern kamen. Aber nicht der gefoulte Spezialist für
Standards lief an, sondern Verteidiger Fabian Schär - und versenkte das
Spielgerät wuchtig zur heimischen Führung in der rechten Torecke. Die
Aarauer schienen kurzzeitig beeindruckt, so dass Garat in extremis vor
dem einschussbereiten Goalgetter Dzengis Cavusevic retten musste (17.)
und ein weiterer Freistoss durch Bastida (18.) von rechtsaussen
ebenfalls nur knapp über das Aarauer Tor flog.
Danach fingen sich
die Schützlinge von Aarau-Cheftrainer René Weiler wieder. Ein
Flachschuss von Schultz (19.) war für Wil-Torhüter Guillaume Faivre noch
ohne Probleme zu behändigen, doch in der 24. Minute musste der
Torpfosten beim Abschluss von Moustapha Dabo - nach optimalem Zuspiel
von Shkelzen Gashi - für die Gastgeber, seit einem Jahr im eigenen
Stadion ungeschlagen, retten. Nach einer halben Stunde folgten zwei
knifflige Szenen in den beiden Strafräumen: Zuerst landete ein Abschluss
von Gashi an der Hand von Abdoul Diakité, wenig später lieferte sich
Artur Ionita auf der Gegenseite eine Ringereinlage mit Schär - aus Sicht
von Schiedsrichter Jérôme Laperrière allerdings nicht genug, um auf
Strafstoss zu entscheiden; nur wenig später wurde ein verheissungsvoller
Konterangriff nach einer Balleroberung von Captain Sandro Burki mit
einem unpräzisen Zuspiel selbst zu Nichte gemacht. Diese Szene in der
35. Minute war sinnbildlich für den Auftritt der Aarauer vor der
Halbzeitpause: Zwar war das Kombinationsspiel im Mittelfeld durchaus
gefällig, doch mangelte es dem FCA vor dem Wiler Gehäuse an der nötigen
Entschlossenheit und Zielstrebigkeit, um wirklich gefährlich zu werden.
Nach
einer ereignislosen Startphase in der zweiten Hälfte entschloss sich
Trainer René Weiler zu einer taktischen Umstellung, verbunden mit einem
Doppelwechsel. Diese Rotation verfehlte ihre Wirkung nicht: Die Aargauer
standen einem Ausgleich bei den Freistosschancen von Gashi (59.) und
Schultz (62.) schon sehr nahe - und schliesslich lenkte Gashi eine
Hereingabe von rechts an Goalie Faivre vorbei zum 1:1 (63.) in die
Maschen. Und es sollte noch besser kommen: Nur drei Minuten später
staubte wiederum Gashi nach einem Schuss von Dabo aus kurzer Distanz ab,
um seine Farben mit seinem sechsten Saisontreffer erstmals in Führung
zu bringen. Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch,
der die Emotionen hochkochen liess: Als Dabo nach einem Zweikampf am
Boden liegen blieb, spielte Wil unbeeindruckt weiter und wurde mit dem
erneuten Ausgleich durch Cavusevic (74.) belohnt.
Kurz nach
Wiederanpfiff schoss Remo Staubli, von Schultz mustergültig in die Tiefe
angespielt, aus aussichtsreicher Position über das Gehäuse (75.).
Achtzig Minuten waren gespielt, als Schär aus der eigenen Spielhälfte
abzog - aus knapp 70 Metern flog das Spielgerät über den überraschten
Aarauer Schlussmann Joël Mall hinweg zum 3:2-Endstand ins Gästetor. Die
Aarauer wurden somit für ihr engagiertes Auftreten gegen einen cleveren
Gegner schlecht belohnt, weil sie auch in der abschliessenden Druckphase
nicht mehr zu reüssieren wussten. Zuerst wurden die Versuche von
Staubli (83.) und Dabo (84.), jeweils aus einer guten Abschlussposition,
durch einen gegnerischen Verteidiger geblockt und schliesslich
scheiterten selbige Akteure auch in der Nachspielzeit zweimal an den
eigenen Nerven, als sie das Ostschweizer Gehäuse jeweils knapp
verpassten.
Im Duell zweier formstarken Equipen hatte Wil
schliesslich das glücklichere Ende auf seiner Seite, während es für den
FC Aarau nach zuvor drei Siegen in Folge ab sofort ernst gilt im
Hinblick auf das Heimspiel im Schweizer Cup gegen den FC Zürich. Dieser
Leckerbissen wird im Anschluss an die Länderspielpause am Samstag, 15.
Oktober 2011 um 17.30 Uhr im Stadion Brügglifeld angepfiffen werden.
mehr Informationen zum Vorverkauf
(Patrick Haller)
Bemerkungen:
Aarau ohne Stojkov (verletzt), Scherrer, Studer (beide nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 17. Garat (Reklamieren), 44. Cavusevic (Unsportlichkeit), 45. Dabo (Foulspiel)
24. Abschluss von Dabo an den linken Pfosten.

FC Wil
Faivre; Cha, Schär, Jaggy, Diakité (71. Jahovic); Schönenberger; Ngamukol, Lombardi (46. Fejzulahi), Bastida, Holenstein (77. Lekaj); Cavusevic.
FC Aarau
Mall; Widmer, Garat (52. Benito), Nganga, Marazzi (52. Aratore); Burki, Ionita; Staubli, Schultz, Gashi (72. Gonçalves); Dabo.
